Anmerkungen zum so genannten italienischen "offiziellen Untersuchungsbericht" zum Papst-Attentat

Es ist schon beinahe tragisch mitleidig, wie sich italienische Behörden heuer bemühen, Menschen, die sich nicht mehr wehren und äussern können des Attentats an JP II. zu beschuldigen...

Wieso wartet man so lange mit einem Bericht, bis der Papst tot ist und bequemerweise Ali Agca wieder ins Gefängnis zurück muss? Der Druck des "Auslands" (Italien an vorderer Front), um die Freilassung des Attentäters in Istanbul zu verhindern, mit Erfolg wie man weiss, war erstaunlich, hatte doch der Papst selber dem Attentäter verziehen und der Freilassung mit Sicherheit zugestimmt, nach 25 Jahren Haft. Und Breschnew, der ehemalige sowjetische Generalsekretär, kann sich ja ohnehin als angeblicher "Drahtzieher" nicht mehr wehren. Es gibt nicht einmal Ansätze an Beweisen, die HEUTE Russland oder Bulgarien veranlassen würden, wenigstens höflicherweise so zu tun, als nähme man diesen Bericht ernst.

Absolut frappierend aber ist die Tatsache, dass die Ergebnisse des ECHTEN und ursprünglichen Untersuchungsberichts, den Papst JP II. selbst vor nahezu 25 Jahren selbst in Auftrag gab, nämlich die Untersuchungen durch den israelischen Geheimdienst Mossad (siehe dazu meine Erläuterungen hier) im italienischen "Bericht" keinerlei Niederschlag fanden! Das ist höchst erstaunlich. Seinerzeit war zwar der Kontakt zwischen Vatikan und Israel inoffiziell, durch die politischen und diplomatischen Probleme, aber dieser Kontakt war letztlich keinesfalls völlig GEHEIM oder den Italienern unbekannt.

Die Tatsachen, dass der erste Bericht durch den Mossad ergab, dass der Iran Agca mit dem Mord beauftragt und ausgebildet hat (und nachweislich war Agca in Hamas-Camps in Jordanien und im Iran) und die weitere Tatsache, dass (angeblich Ex-)-US Geheimagenten in einem gewissen Zusammenhang mit Agca standen, in einer Zeit der so genannten Iran-Contra-Affäre wohlgemerkt, werden interessanterweise von den Italienern jetzt völlig unterschlagen. Die Untersuchungskommission spricht davon "zu glauben, dass die Sowjetunion unter Breschnew Auftraggeber des Attentats" gewesen seien... Das kann nach 25 Jahren Untersuchung doch nicht alles gewesen sein...! Das ist geradezu lächerlich. Im Verhältnis dazu war der Warren-Report zu Kennedy ja die reinste Offenbarungsschrift... bei allen Unwahrheiten, da darin standen...

Es werden dabei dieselben alten Behauptungen aufgestellt hinsichtlich einer Verwicklung Bulgariens, deren Geheimdienst angeblich Agca geführt habe und zum Attentat angestiftet habe, die schon seinerzeit aufgebracht wurden (übrigens von den US Amerikanern die, erinnern wir uns, durch die Iran-Contra-Affäre den Iran damals unbedingt NICHT belasten wollten...!). Beweise, ausser unbelegte Behauptungen durch doch eher dubiose und angebliche Geheimdienstleute, gibt es so weit dafür keine, auch in diesem "Bericht" nicht. Diese angeblichen "Erkenntnisse" wurden so auch schon vor über 20 Jahren aufgestellt, als die Sowjetunion noch bestand. Weder damals, noch heute, konnten daraus tatsächliche Schritte gegen die Sowjets abgeleitet werden. Es wird auch jetzt, nach diesen angeblichen "Enthüllungen" keinerlei Schritte mit messbaren Ergebnissen geben werden. Wie gesagt: man hat bequemerweise abgewartet, bis die Beteiligten tot waren oder zumindest "mundtot" gemacht wurden, wie Ali Agca, der türkische Depp aus einem Ziegendorf in Ost-Anatolien.

Nach dem Mossad-Bericht Anfang der 80er Jahre hatte der Papst den Türken im Gefängnis besucht. Der Vatikan-Verbindungsmann zum Mossad hat anschliessend dem Mossad berichtet, dass Agca in den wesentlichen Teilen (Agca kannte nicht alle Verwicklungen damals) den Mossad-Bericht in dem Gespräch mit dem Papst in der Gefängniszelle bestätigt hatte. Der Vatikan hat auch zu keinem Zeitpunkt den Mossad-Bericht kritisiert oder gar dementiert. Das war zu LEBZEITEN des Papstes JP II. Wohlgemerkt.

In Zeiten eines vehementen, wenn auch albernen, Karikaturen-Streits der Muslime gegen die "teuflischen "Christen, der nicht zuletzt durch einen tolpatschigen italienischen Minister angeheizt wurde, und einer gewissen Abhängigkeit Italiens vom Öl in Nahost und dem Iran, darf man getrost andere politische Motive hinter diesem sehr zweifelhaften, zumindest aber absolut unvollständigen Bericht haben. Italien hätte besser KEINEN Bericht mehr verfasst, oder wenn, dann wenigstens zu Lebzeiten von JP II. Diese angeblichen "Erkenntnisse" waren ALLE schon bekannt, als er noch lebte, man hat aber wohlweislich, dass JP II. widersprochen hätte, den Bericht nicht zu seinen Lebzeiten auch veröffentlicht.

Ich finde das tragisch und armselig und es dient nicht der Wahrheitsfindung, sondern vielleicht eher einigen anrüchigen politischen Motiven Italiens.